Der Schweizer Marcel Koller liebt Bündnerfleisch (getrocknetes Rindfleisch) zum Früstück. (c) BZ Berlin/Gentsch

Der Schweizer Marcel Koller liebt Bündnerfleisch (getrocknetes Rindfleisch) zum Frühstück. (c) BZ Berlin/Gentsch

Marcel Koller und Ö3-Talkerin Claudia Stöckl beim Interview. (c) Hitradio Ö3

Marcel Koller und Ö3-Talkerin Claudia Stöckl. (c) Hitradio Ö3

WIEN. ÖFB-Teamchef Marcel Koller (51) war heute Morgen im Ö3-„Frühstück bei mir“ zu Gast.

Bei einer Melange, Obstsalat, Müsli und Bündnerfleisch (getrocknetes Rindfleisch) sprach der Schweizer, der gerne „Insomnia“ (von Faithless) hört, mit Claudia Stöckl über …

… seine Tätigkeit als Teamchef: „Das ist sicher ein Höhepunkt, wenn das ganze Land auf einen schaut. Wichtiger ist es aber aus einem Team so viel heraus zu holen, um erfolgreich sein zu können. Das ist dann der eigentliche Höhepunkt. Und ich habe noch viel Energie.“

… seinen größten Tiefpunkt: „Meine Entlassung in Köln. Aber man versucht anschließend wieder aus Fehlern zu lernen.“

… die Kritik zu seiner Bestellung als Teamchef: „Habe die Stimmung positiv empfunden, ich fand das nicht ablehnend. Das habe ich nicht so eng gesehen, da ging es vielleicht eher darum, dass kein Österreicher verpflichtet wurde. Das kann man nicht beeinflussen, ich muss mich viel mehr auf das konzentrieren, das man beeinflussen kann.“

… seine Wünsche für dieses Lebensjahr: „Gesundheit ist wichtig für mich, da das in der Vergangenheit nicht immer so war.“ (Verletzungen in der Zeit als Spieler; d. Red)

… Ehrgeiz: „Wenn man erfolgreich sein will, braucht man diese Eigenschaft. Man darf aber auf das Arbeiten nicht vergessen, auch wenn einem andauernd auf die Schultern geklopft wird.“

… seine Erfolgsformel: „Talent alleine reicht nicht. Viele Talentierte bleiben auf der Strecke, da sie zusätzlich nicht den Willen aufbringen können. Mit 19 hatte ich eine schwere Knieverletzung, mein Knie war laut Ärzten so kaputt wie bei einem 40-Jährigen. Das war ein Schock für mich. Ich wusste aber durch meinen Willen, dass ich wieder zurück kommen werde.“

… den „Schleudersitz Teamchefposten“: „Jeder Trainerjob ist ein Schleudersitz. Wir brauchen noch mehr Zeit, aber ich überzeugt, dass das Team meine Wünsche umsetzen kann. Und dann werden wir auch Erfolg haben.“

… seine Fußballphilosophie: „Fußball beginnt früh morgens für mich und hört erst spät am Abend auf. Und da spielt es keine Rolle, ob es bereits 22 Uhr ist. Daran müssen sich auch meine Mitarbeiter gewöhnen.“

… seine arbeitlose Zeit (Koller war vor dem Engagement beim ÖFB zwei Jahre lang ohne Job): „Ich hatte zwar Angebote, aber es hat nie gepasst für beide Seiten. Durch meine innere Ruhe habe ich diese arbeitslose Zeit ohne Druck aber gut überstanden. Heuer wusste ich, dass im Herbst oder Winter ein passendes Angebot kommen wird. Ich habe ein gutes Gefühl beim ÖFB.“

… die Adventzeit: „Es gefällt mir, wenn es dunkel wird und die Lichter angehen. Gerade in Wien ist diese Zeit sehr schön.“

Autor: Hans Juergen Gernot Miggl