Heute im Radio, am 24.11. in "Willkommen Österreich" (ORF eins): Autorin Charlotte Roche. (c) ORF/Hans Leitner

Heute im Radio, am 24.11. in "Willkommen Österreich" (ORF eins): Autorin Charlotte Roche. (c) ORF/Hans Leitner

WIEN. Skandal-Autorin Charlotte Roche war heute bei Claudia Stöckls „Frühstück bei mir“ auf Ö3 zu Gast. Die ehemalige VIVA-Moderatorin erregt mit ihren Bestsellern „Feuchtgebiete“ und  „Schoßgebete“ seit Monaten die Öffentlichkeit, da sie ungeniert über „Tabus“ wie „Sex in der Ehe“ oder „Sex zu dritt“ und weiteren Intimitäten schreibt. Mit Erfolg, denn ihre Bücher gingen bislang rund 2,5 Millionen Mal über den Ladentisch. Die Medien stehen der gebürtigen Britin meist kritisch gegenüber, die deutsche „Bild“-Zeitung nennt sie „Schmuddel-Charlotte“.

Im Interview mit Claudia Stöckl (r.) im Hotel Triest. (c) ORF/Ö3

Im Interview mit Claudia Stöckl (r.) im Hotel Triest. (c) ORF/Ö3

Im vornehmen Wiener Hotel Triest sprach die 33-jährige Roche über …

… ihren Erfolg: „Der Erfolg ist für mich nicht nur etwas Positives, sondern auch etwas Negatives. Er ist wie eine Kokssucht. Man kann dann nicht mehr genug davon kriegen, denkt man muss immer mehr Interviews geben, um mit dem Buch auf Platz eins zu bleiben. Der Erfolg hat mich selbstbewusst gemacht“

… ihren Schreibstil: „Ich mache das, weil ich gerne Tabus breche. Da kommen dann Leute zu mir, die sagen, dass es bei ihnen genauso läuft. Es entsteht dadurch eine Verbindung.“

… ihre Kindheit: „Ich hatte eine schlechte Kindheit. Meinen Erfolg würde ich im Nachhinein gerne tauschen gegen eine bessere Kindheit. Damals musste ich mit meiner Mutter immer wieder mitziehen, aufgrund ihrer ständig wechselnden Männer. Neue Schule, neue Freunde, neuer Wohnort – das war zu viel für mich. Dann kamen die Drogen.“

… den Tod ihrer drei Brüder (kamen bei einer Massenkarambolage ums Leben; d. Red.): „Es war das größte Drama in meinem Leben. Dieser eine Moment, als ich angerufen wurde von meinem Vater. Und da kam eben wie im Film der Satz, dass etwas Schreckliches passiert ist. Heute gibt es keine Autofahrt, wo ich nicht darüber nachdenke. Durch Therapien konnte ich das Trauma etwas verarbeiten. Das einzig Positve war, dass man weiterleben kann, egal was passiert.“

… Pornofilme: „Ich bin für eine sehr detailierte Beobachtung der Szene. Bisher habe ich viele gute Pornofilme gesehen. Wenn man weiß, wonach man suchen muss, findet man extrem gute, in denen Frauen nicht erniedrigt werden und auch keine Gewalt angewandt wird. Daraus kann man ganz viel lernen. Pornos mit dem Partner zu schauen, beflügelt die Ehe.“

Autor: Hans Jürgen Gernot Miggl