Sänger und Fan-Liebling Andreas Gabalier signiert seine roten Schweisstücher nach einem Auftritt. (c) ORF / Nina Horowitz

Sänger Andreas Gabalier signiert seine roten Schweisstücher nach einem Auftritt. (c) ORF / Nina Horowitz

TV-TIPP DES TAGES. Eine Frau, deren Lebensmensch Udo Jürgens ist. Ein Mann, der seit Jahren jeden Abend ins Theater geht. Und eine Gruppe von Volksmusik-Fans, deren Welt gerade zusammenbricht: Denn ihre großen Helden, die „Stoakogler“, spielen nur noch ein letztes Konzert. Dann verabschieden sie sich – nach  43 Jahren – in den Ruhestand. Echte Fans würden alles für ihre Stars geben – auch wenn das den Idolen selbst manchmal Angst macht. Und sie lassen nichts unversucht, ihrem Star ein bisschen näherzukommen. Warum sie das tun, hat Nina Horowitz für die „Am Schauplatz“-Reportage „Mein Star gehört mir“ – zu sehen am Freitag, dem 12. August 2011, um 21.15 Uhr in ORF 2 – ergründet.

Helga Russwurm aus Niederösterreich hat einen Lebensmenschen. Sie hat erst ein paar Worte mit ihm gewechselt – aber das stört sie nicht weiter. Udo Jürgens ist trotzdem immer für sie da. Seit einem Vierteljahrhundert reist sie „ihrem“ Udo, wie sie ihn nennt, nach. Seit ihrem ersten Konzertbesuch. Als er damals vor der Pause „Die Schwalben fliegen hoch“ gesungen hat, war es endgültig um sie geschehen. Seither vergeht kein Tag, an dem „ihr“ Udo nicht bei ihr ist. Helga Russwurm steht auf mit seiner Musik und geht damit ins Bett. Seine Musik tröstet sie auch, wenn sie traurig ist. Denn in ihrem Leben ist nicht alles so gekommen, wie sie es sich erträumt hatte. In einem Fanclub ist sie nicht. „Mein Udo gehört mir“, ist sich die alleinstehende Leobersdorferin sicher.

Die Stoagkogler bei einem ihrer letzten Konzerte in Graz. (c) www.migglpictures.at

Die Stoagkogler bei einem ihrer letzten Konzerte im Mai in Graz. (c) http://www.migglpictures.at

Mit vereinten Kräften treffen die Fanclubs der „Stoakogler“ den ganzen Sommer lang Vorbereitungen für einen – eigentlich – rabenschwarzen Tag. Denn ihre Idole ziehen sich im August nach 43 Jahren auf ihre Bergbauernhöfe zurück. Dass es bei ihren Fanclubs zu Tränen kommen wird, ist vorprogrammiert – wenn beim Abschiedsspektakel in Schäffern im Wechselland das letzte Mal die Volksmusik-Hymne „Steirermen san very good“ angespielt wird.

Diese Art von Kultur ist seine Sache nicht: Der pensionierte Jurist Bernhard Wagner hat eine ganz andere Passion. Er geht seit Jahrzehnten jeden Tag ins Theater. Eine Theaterkarte einmal verfallen zu lassen, würde ihm nie einfallen: „Dafür gibt es nur einen Grund: Den Tod.“ Bernhard Wagner will missionieren. Er will so viele Menschen wie möglich ins Theater bringen. Deswegen hat er ein kleines Business aufgezogen: Er bekommt von Wiener Theatern verbilligte Karten, die er dann unters Volk bringt: „Ich verdiene dabei keinen Cent. Ich hasse einfach nichts mehr als leere Vorstellungen.“ Eine gute Kundin von ihm ist Herta Haider. Fast jeden Abend geht die pensionierte Wäscherin mit ihrer kleinen Kamera auf die Pirsch. Für einen Lieblingsstar kann sie sich nicht entscheiden. Das wäre den anderen Stars gegenüber unfair. Deshalb knipst sie einfach alle, die ihr vor die Linse kommen. Von Claus Peymann bis Birgit Sarata: „Damit niemand bös ist.“

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.