Auftakt zur neuen Mülltrenn-Kampagne der MA 48 und der ARA mit Trackhittaz. (c) Christian Fürthner / PID

Auftakt zur neuen Mülltrenn-Kampagne der MA 48 und der ARA mit Trackhittaz. (c) Christian Fürthner / PID

WIEN. Oida Trenn! Die Botschaft ist unmissverständlich: Jeder von uns soll seinen Müll trennen, dadurch den Restmüll reduzieren und wertvolle Altstoffe einer weiteren Verwendung zuführen. Gemeinsam mit der ARA startet die MA 48 eine neue Bewusstseinskampagne zur Mülltrennung und konnte dafür die Trackshittaz gewinnen, ihren Chart-Erfolg „Oida Taunz!“ für die Kampagne „Oida Trenn!“ umzuschreiben. „Wir wollen damit vor allem die jugendliche Zielgruppe erreichen und ihr klarmachen, dass Mülltrennen sinnvoll ist – für die Umwelt und für die Geldbörse“, so Umweltstadträtin Ulli Sima bei der heutigen Präsentation der neuen Kampagne. „Es gibt in Wien keine Ausreden – das Service der MA 48 zum Mülltrennen ist perfekt und umfassend und neben der aktiven Müllvermeidung ist die Mülltrennung und Wiederverwertung ein ganz zentrales Anliegen, das wir auch künftig konsequent weiterverfolgen, um alle Zielgruppen optimal zu erreichen.“

Klimaschutz geht uns alle an

ARA Vorstandssprecher Christoph Scharff fügt hinzu: „Wir wollen vermitteln wie einfach es für jeden Einzelnen ist, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Wienerinnen und Wiener sind bereits fleißige Mülltrenner. Sie sammeln pro Jahr über 350.000 Tonnen an Altstoffen. Das ist international gesehen ein tolles Ergebnis für eine Großstadt wie Wien, dennoch haben wir noch ‚Luft nach oben‘, weil immer noch Plastikflaschen, Dosen oder auch Glasflaschen im Restmüll landen. Diese Verpackungen werden dann nicht recycelt und sind somit als wichtiger Rohstoff für die Industrie verloren. Mit unserer Kampagne wollen wir die Wienerinnen und Wiener weiter motivieren, ihre Verpackungen noch besser getrennt zu sammeln.“

Top-Sercvice der MA 48 – Standorte fürs Mülltrennen auch online

Die umweltgerechte Entsorgung der Altstoffe wird den WienerInnen leicht gemacht, die MA 48 betreut in Summe rund 420.000 Behälter (Restmüll und Altstoffe), insgesamt 200.000 Sammelbehälter allein für die getrennte Sammlung von Altstoffen auf Liegenschaften und mehr als 6.000 öffentliche Sammelstellen. Daneben stehen 19 Wiener Mistplätze und die Problemstoffsammelstellen im Dienste der umweltgerechten Mülltrennung zur nachfolgenden Verwertung. Die MA 48 bietet ein tolles Online-Service für diese Standorte im Wiener Stadtplan (www.wien.gv.at/stadtplan): Unter Eingabe der Adresse und durch Anklicken der jeweiligen gewünschten Einrichtung unter dem Karteninhalt „Saubere Stadt“, erscheinen die nächsten Standorte am Plan samt näherer Details wie Links, Öffnungszeiten etc..

Breite Infokampagne mit dem Song „Oida Trenn!“ von den Trackshittaz

Im Zentrum der neuen Kampagne der MA 48 und der ARA stehen Plastikflaschen, Dosen, Altglas und Altpapier. Auf 16-Bogen-Plakaten, Citylights, Rollingboards, in Inseraten, in Radiospots und auf beklebten U-Bahnen sowie der Wiener Straßenbahnlinie 1, wird in den kommenden Wochen fürs Trennen geworben. „Oida trenn, Plastik gelb, Dosen blau, geht schon oida trenn, Buntglas grün, Papier ist rot, Geht schon oida trenn…“ – von dem umgetexteten Song der Chart-Stürmer Lukas Plöchl und Manuel Hoffelner sollen sich vor allem Jugendliche angesprochen fühlen, ihre Dosen und Plastikflaschen ordnungsgemäß zu entsorgen. „Mülltrennung ist wichtig, deswegen engagieren wir uns hier“, so die beiden Sänger.

Gemeinsam verschenken die MA 48 und die ARA den Song „Oida Trenn!“ – den Code zum Downloadgibt es auf Facebook (facebook.com/die48er bzw. facebook.com/ara.recycling). Mit etwas Glück bekommt man nicht nur den einen Song, sondern hat die Chance gleich eine von 100 CD’s des neuen Albums „Prolettn feian längaah“ der Trackshittaz frisch signiert zu gewinnen.

Meet & Greet-Gewinnspiel auf Facebook – www.facebook.com/die48er

Passend zur Kampagne gibt es auf der 48er-Facebook-Seite auch ein Spiel zur getrennten Sammlung. Ein Mistmonster wirft mit steigender Geschwindigkeit verschiedene Abfälle auf das Spielfeld. Der geschickte Spieler muss die jeweiligen Abfälle (PET-Flaschen, Dosen etc.) rechtzeitig in die richtige Tonne leiten. Die Spieler mit der höchsten Punkteanzahl gewinnen Meet & Greet-Karten mit den Trackshittaz für das nächste Wien Konzert im Dezember.

Plastik gelb – geht schon Oida trenn…

In Wien werden jährlich über 5.500 Tonnen Kunststoffflaschen gesammelt. Für die Produktion von 1 Tonne PET-Flaschen benötigt man 1,9 Tonnen Erdöl. Durch die Verwertung von PET-Flaschen werden durch die WienerInnen daher jährlich fast 10.000 Tonnen an Erdöl eingespart. Die Kunststoffflaschen gelangen zunächst in das 48er-Zelt – die Abfallbehandlungsanlage – werden dort von Störstoffen befreit und nach Material sortiert. Die PET-Flaschen werden mittels Nahinfrarot in die Farben klar, blau und grün getrennt. Das Endprodukt wird an Verwerter übergeben. Durch den Einsatz neuer technischer Verfahren ist es trotz der hohen hygienischen Anforderungen möglich, aus recycelten Materialien Produkte für den Lebensmittelbereich herzustellen. So können aus alten Getränkeflaschen neue Getränkeflaschen produziert werden („bottle to bottle“). Weitere Recyclingprodukte sind Fasern für den Textilbereich oder zur Wärmedämmung, Kunststoffgebinde und vieles mehr.

Dosen blau – geht schon Oida trenn…

An Altmetallen werden in Wien jährlich mehr als 15.000 Tonnen gesammelt. Aus dieser Menge könnte man ca. 65 Wiener Riesenräder bzw. 1,6 Mio. Fahrräder herstellen.Zum Wiederaufschmelzen von Aluminium als Sekundärrohstoff wird nur etwa 5 Prozent der Energie verbraucht, die zur Herstellung der gleichen Menge neuer Metallprodukte aus Hüttenmaterial benötigt wird.

Die gesammelten Metallabfälle werden zuerst durch Magnetabscheidung und maschinelle Sortierung in verschiedene Metallfraktionen getrennt und von Stör- und Fremdstoffen befreit. Eisenmetalle werden als Schrott zusammen mit anderen Schrottsorten und Roheisen in Stahlwerken zur Stahlproduktion verwendet. Endprodukte sind beispielsweise Eisenbahn- und Kfz-Bauteile, Waschmaschinengehäuse oder Armierungsstahl (wird zur Bewehrung von Stahlbetonbauwerken verwendet). Aluminiumverpackungen können zur Produktion von hochwertigen Gussteilen eingesetzt werden. In Wien stehen 6.100 Behälter für die Altmetallsammlung zur Verfügung.

Buntglas grün – geht scho Oida trenn…

Für Bunt- und Weißglas stehen in Wien über 7.200 Altglasbehälter für die Sammlung zur Verfügung, jährlich werden in Wien ca. 26.000 Tonnen an Altglas gesammelt. Das Altglas wird in Glasfabriken zur Produktion von neuen Flaschen eingesetzt. Dadurch können wertvolle Rohstoffe eingespart werden. Zur Wiederverwertung eignet sich aufgrund seiner Materialeigenschaften nur Verpackungsglas, keinesfalls aber Spiegel, Draht-, Fensterglas oder Glühbirnen (z.B. aufgrund des unterschiedlichen Schmelzverhaltens).In Österreich werden durch das Altglasrecycling jährlich ca. 250.000 Tonnen an Primärrohstoffen – Quarzsand, Kalkstein, Dolomit und Soda – eingespart.

Papier is rot – geht scho Oida trenn…

127.000 Tonnen Altpapier sammeln die WienerInnen pro Jahr in über 92.000 Behältern. Das Altpapier ist in der modernen Papiererzeugung ein bedeutender Rohstoff. Das gesamte gesammelte Altpapier wird für die Erzeugung neuer Papierprodukte eingesetzt. Neben Hygienepapier und Zeitungsdruckpapier ist die Herstellung von Verpackungen ein wesentlicher Einsatzbereich von Altpapier.

Mülltrennen bringt’s: Umwelt und Geldbörse entlasten

Die Stadt Wien setzt seit vielen Jahren auf Bewusstseinsbildung in Sachen Müllvermeidung und Mülltrennung. Vor allem in der Kinder- und Jugendbildung haben diese Aspekte besonderen Stellenwert und werden künftig weiter verstärkt. Die Mülltrennung bietet eine Vielzahl von Vorteilen:

  • Ressourcenschutz: Durch die Verwendung von Sekundärrohstoffen, die aus der Verwertung der Altstoffe gewonnen werden, wird der Abbau von Rohstoffen reduziert.
  • Energieeinsparung: Durch die Verwendung der Sekundärrohstoffe wird bedeutend weniger Energie benötigt, als bei der Produktion mit Primärrohstoffen.
  • Klimaschutz: Die getrennte Sammlung ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, da durch die Substitution von Primärrohstoffen durch Altstoffe für die Produktion neuer Produkte CO2-Emissionen vermieden werden.
  • Reduktion von Restmüll: Durch die getrennte Sammlung von Altstoffen, landet in Wien beispielsweise um ca. 40 Prozent weniger Abfall in dem Restmüll.
  • Kostenreduktion: Die Reduktion von Restmüll bringt Vorteile für jeden Einzelnen: Da die Restmüllgebühr volumenabhängig ist, entstehen geringere Kosten für den Liegenschaftseigentümer und somit für die Mieter von großen Wohnhausanlagen.